„Pengel“ wieder in Flammen

Korbach - Mit dem Radlader schiebt Stefan Rube eine letzte Ladung Äste in den Stapel. Das Holz knackt, selbst die schweren Baumstämme im aufgetürmten Haufen bewegen sich um einige Zentimeter. „Es ist nicht das höchste, von der Masse her aber sicher eines der größten Osterfeuer im Umkreis“, sagt Rube, Oberjäger der Burschenkompanie. Weithin sichtbar wird es am Samstag am „Pengel“ lodern.
Das Wetter soll gut werden, die Burschen der Korbacher Schützengilde rechnen mit einigen Hundert Besuchern. Das wäre der verdiente Lohn für die Arbeit: Mit ersten Vorbereitungen, Getränke- und Essensbestellungen haben die Jungschützen schon im Januar begonnen. „Richtig los ging es vor 14 Tagen. Wir haben Werbeschilder aufgestellt, Flyer verteilt, den Verkaufsstand aufgebaut“, sagt Rube. Landwirte und Firmen unterstützen die Burschen, stellen Trecker, Radlader, Lastwagen und Stromaggregate. Handfeste Hilfe erhalten sie auch von ihren Familien, den Altburschen und der Nachtwächtergilde „Pulweköppe“.
„Kurz bevor es losgeht, muss dann noch einmal das Holz umgeschichtet werden“, sagt Rube. Das Anzünden schließlich ist eine Zeremonie, die dem Burschenkönig und dem Burschenmeister vorbehalten ist: Mit Gasfackeln entflammen sie strategisch um den Holzstapel verteilte Strohhaufen.
Seit 1989 lädt die Burschenkompanie der Schützengilde jedes Jahr zum „Pengel in Flammen“ am „Pengel“ Richtung Ense. Die Anfänge des Osterfeuers liegen freilich noch weiter zurück. Am heutigen Fischerweg am Waldecker Berg hatten die Mitglieder der Burschenkompanie Anfang der 1970er-Jahre einen heimeligen Platz gefunden - anfangs nur für sich.
Doch nach und nach sprach sich die interne Veranstaltung herum, sodass die Burschen immer mehr Besucher begrüßen durften. Im wenige hundert Meter entfernten „Obstgarten“ hatten die Besitzer in den 1970ern einen Teil der Plantage roden lassen, was plötzlich Platz fürs Osterfeuer bot.
In den 1980er-Jahren entstand allerdings am Südring zwischen Ellerbruch, Flugplatz und Korbacher Spalte ein neues Wohnbaugebiet. Nach und nach rückten die Häuslebauer dem Osterfeuer an die züngelnde Glut. Aus Brandschutzgründen durften die Burschen am 2. April 1988 zum letzten Mal in den ehemaligen Obstgarten einladen. Am Pengel fanden sie im Folgejahr einen neuen Platz für ihr Fest.
Zum traditionellen Osterfeuer „Pengel im Flammen“ lädt die Burschenkompanie der Korbacher Schützengilde am Samstag, 20. April, ab 18.30 Uhr.

Quelle: WLZ vom 16.4.19

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