Gilde-Geschichte

636 Jahre – das sind fast 22 Generationen. Oder es ist die lange Geschichte der Korbacher Schützengilde, die seit ihrer Gründung 1377 viele Höhen und Tiefen durchlebt hat. Heute bemühen sich die Schützen um den Erhalt der Altstadt und repräsentieren Korbach – und sie feiern vom 13. bis 17. Juni bereits ihr 238. Freischießen, zu dem alle Bür- gerinnen und Bürger und alle Interessierten herzlich einge- laden sind.

Das Jahr 1377 war in der Weltgeschichte kein bewegendes. Der Grundstein des Ulmer Münsters soll gelegt worden sein; die Korbacher hatten da bereits mit dem Bau von zwei Kirchen begonnen. In der Korbacher Geschichte markiert 1377 allerdings einen Wendepunkt. Alt- und Neustädter einigten sich darauf, beide Städte zusammenzulegen.

Auf dieses historische Datum berufen sich heute die Mitglieder der Schützengilde, denn die Verteidigung der neuen Stadt lag in den Händen der Bürger, also der Gilde(n). Sie organisierten sich, stellten Regeln auf, bildeten aus und sorgten dafür, dass „Corbach“ nicht Padbergern oder gar Hessen in die Arme fiel.

Die Gilde nahm ihre Arbeit sehr ernst: 55 Hakenbüchsen, 60 Musketen, 30 Piken und etliche Geschütze waren für eine Stadt dieser Größe eine beachtliche Zahl. 635 Jahre später sind ein paar verplombte Karabiner und die Erinnerung an wehrhafte Zeiten übrig geblieben. Die Geschichte lebt in der Schützengilde 1377 Korbach aber immer noch fort. Rund 800 Mitglieder hat der zweitgrößte Verein der Kreisstadt. Das ganze Jahr hindurch macht er auf sich aufmerksam; mit öffentlichen Festen wie Osterfeuer, Tanz in den Mai, Reginentag, Altstadtkulturfest sowie im Dreijahresrhythmus Freischießen, Schnadezug und Vogelschießen; zum anderen mit überlieferten Bräuchen und Aktionen für das Gemeinwohl.

Als die Verteidigungspflichten der Schützengilde immer weiter an Bedeutung verloren, engagierten sich die Mitglieder in anderen Bereichen. Schießsport wurde in Korbach lange von mehreren Abteilungen angeboten. 1952 half die Gilde bei der Neugründung der „Schießsportabteilung 1377 Korbach“ mit, die noch heute am Sandberg trainiert.

Festspiele waren ab 1936 fester Bestandteil der Gildeaktivitäten. Daraus entstanden ist die „Freilichtbühne“, die jährlich im Schießhagen zwei Aufführungen auf die Bühne bringt und ihr Domizil im zweiten Steinhaus der Stadt, dem Spukhaus, bezogen hat.

Letzte Änderung amDonnerstag, 08 Januar 2015 00:24
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