Sankt Regina

Im Jahr 1994 richtete sich die Bürgerkompanie neu aus und wurde mit Ihrer mittelalterlichen Abteilung "Sankt Regina" bekannt und beliebt. Hier wirken Frauen, Männer und Kinder aktiv mit. Historischer Hintergrund ist die Zeit des frühen 15. Jahrhunderts. Sankt Regina hat sich die Gedächtniskultur um "Krieg und Frieden" des späten Mittelalters zur Aufgabe gemacht. Die Gruppe feiert jedes Jahr am 20. Juni, dem Festtag der Heiligen Regina, den Reginentag.

In diesem Jahr begeht die Gruppe das 600-jährige Bestehen der Padberger Fehde – eine Woche nach dem Freischießen. Darüber hinaus nimmt die Sankt Regina an  historischen Festzügen und mittelalterlichen Events teil.

Die Kompanie hat 30 Mitglieder.

Ansprechpartner: Oberjäger Fabian Schäfer

Internet: www.sankt-regina.de.

Die Gruppe Sankt Regina entstand im Jahr 1994 und schloss sich der Bürgerkompanie an. Sie besteht aus 23 Männern, Frauen und Kindern, die eines gemeinsam haben: ein starkes Interesse am Thema Mittelalter und dem historischen Schützenwesen ihrer Stadt. Die aufwendig gestalteten Kostüme, Rüstungen und Kettenhemden unterstreichen das heimatnahe Bewusstsein der Formation. Zu ihren Aktivitäten zählen außer den verschiedenen Freischiessen, Besuche von mittelalterlichen Märkten. Ihre Teilnahme am „Mittelalterlichen Markt“ in Korbach ist längst zu einer Institution geworden. Sie schlagen ihr Lager in der Kirchstraße auf, führen altertümliche Gerichtsverhandlungen durch und begeistern die kleinen und großen Zuhörer im Märchenzelt, in der die professionelle Märchentante ihre Kunst des Erzählens zeigt.

Beim Vogelschiessen ermitteln sie den Kindervogelkönig bzw. die Kindervogelkönigin beim Zielen mit der Armbrust auf den Kopf des Kindervogels. Die Einbeziehung der Kinder wird in dieser Formation groß geschrieben.

Als sich die Formation neu zusammenfand, stand die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts im Vordergrund. Damals, am 20. Juni 1413 besiegten die Korbacher Bürger in der „Padberger Fehde“ eine Streitmacht von 760 Bewaffneten, die in die Korbacher Feldmark eingefallen waren, um das Vieh zu rauben. Die Grafen von Padberg und ihre Verbündeten, insgesamt 200 westfälische Ritter des Benglerbundes wurden damals gefangen genommen. Der 20. Juni war seinerzeit der heiligen Regina gewidmet und wurde allgemein als „Reginentag“ bezeichnet. In den Folgejahren nach der Padberger Fehde wurde zur Erinnerung an diesen historischen Sieg der Reginentag alljährlich feierlich in Korbach begangen. Leider ging dieser Brauch in den Wirren der Reformation im 16. Jahrhundert verloren.

Die Gruppe Sankt Regina, die sich mit ihrer Namensgebung auf diesen historischen Tag der Korbacher Stadtgeschichte bezieht, hat diesen alten Brauch im Jahr 1995 wieder aufleben lassen und feiert seitdem alljährlich dieses Fest.

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