Burschenkompanie

Die Burschenkompanie setzt sich aus jungen Männern im Alter zwischen 16 und 34 Jahren zusammen. Die Formation gründete sich 1840 gemeinsam mit der Männerkompanie. Traditionell veranstalten die Burschen das Osterfeuer, bekannt als "Pengel in Flammen". Beachtenswert ist ihr unermüdliches Engagement bei überwiegend widrigen Wetterverhältnissen. Auch bei den alle drei Jahre stattfindenden Schnadezügen ist ihr Mitwirken wichtig: Sie übernehmen die Marketenderei, bereiten die Frühstücks- und Mittagsplätze vor und sorgen für das leibliche Wohl der Teilnehmer.

Auch beim Freischießen werden die Burschen wieder auf sich aufmerksam machen: Wenige Stunden nach dem sonntäglichen »Portemonächenwaschen« und dem lautstarken Eintauchen der Burschen in den Rathauskump sammeln sie sich am Enser Tor und errichten ihren Gerichtsstand. Dann marschieren Abteilungen mit Trommlerunterstützung durch die Innenstadt und »verhaften« Korbacher Geschäftsleute. So ist es Sitte: Am heiligen Schützenfestmontag darf nicht gearbeitet werden.

Die Burschenkompanie verfügt derzeit über 54 Mitglieder. Oberjäger ist Stefan Rube, zum Vorstand gehören außerdem Oberst Tobias Schmidt, 1. Jäger Robin Schleicher, Adjutant Bastian Thielemann und der Hauptmann (derzeit nicht besetzt).

Internet: www.burschenkompanie.de

Die Entstehungszeit der Burschenkompanie geht auf das Jahr 1840 zurück. Damals schlossen sich die unverheirateten jungen Männer zusammen, stellten eine eigene Kompanie auf und führten das Vogelschiessen wieder ein. Bei den Freischiessen schossen sie ihren eigenen König aus, den Burschenkönig. Als die Veranstaltungen noch unter freiem Himmel abgehalten wurden, feierten sie in Gasthäusern und später in der alten Turnhalle im Schießhagen.

Mit ihren Uniformen orientierten sie sich an der Männerkompanie, trugen aber Schirmmützen mit weißem Band. Sie wurden zeitgleich mit den weißen Hosen abgeschafft. Die Offiziere wurden erstmals 1879 in der Zeitung erwähnt, sie waren damals noch beritten. Vorsitzender des Vorstands war bis zum letzten Krieg immer der jeweilige Burschenkönig, danach wurde ein Burschenmeister in dieses Amt gewählt. Zum Burschenkönigspaar gehörte bis in die heutige Zeit das Gefolge, bestehend aus sechs bis acht Paaren, die gemeinsam am Königstisch saßen. Der Burschenkönig, der Vorstand und die Burschen im Gefolge trugen einen Zylinder, der seit 1955 von einem schwarzen Hut mit grünem Band abgelöst wurde. Der Neuaufbau der Kompanie nach dem Krieg gestaltete sich anfangs sehr schwer. Die Gewehrgruppe wurde 1975 auf Betreiben des damaligen Burschenkönigs Adolf Meier aufgestellt und ausgerüstet. 

Traditionell veranstalten die Burschen das Osterfeuer für die Korbacher Bevölkerung. Beachtenswert ist ihr unermüdliches Engagement bei überwiegend widrigen Wetterverhältnissen. Nach der Erschließung des ersten Bauabschnittes am Südring wurde ein Umzug von Schwalenstöckers Garten auf den Pengel erforderlich. Die Burschenkompanie sorgt dabei stets für das leibliche Wohl der Besucher.

Für ein harmonisches Auftreten der Gewehrgruppe sind Übungsabende unerlässlich. Die richtigen Griffe am Gewehr und das Marschieren werden einstudiert. Dabei schließen sich die Burschen seit einigen Jahren der Gewehrgruppe der Männerkompanie an. Synergieeffekte haben sich schnell eingestellt, die Beziehungen zwischen den Formationen wurden gefestigt. Im Anschluss an das Üben wird häufig gegrillt und zusammen gesessen. Nach dem Abschluss der Übungsphase steht den Burschen ein Ausmarsch mit dem Spielmannszug und dem Majoretten-Corps bevor. Das Erlernte wird in einem ersten, kleinen Festzug durch Korbach vorgeführt. Die Burschen beteiligen sich aktiv an den Manövern der Geschützgruppe Sankt Barbara und dem Reginentag am 20. Juni.

Ihr Mitwirken bei den Schnadezügen ist obligatorisch, da sie die Marketenderei komplett übernehmen, d.h. sie sorgen für das leibliche Wohl der Teilnehmer, bereiten die Frühstücks- und Mittagsplätze vor und errichteten beim letzten Schnadezug eine große Leinwand, auf der das Fußball WM-Finale Deutschland-Brasilien zu verfolgen war.

Beim heimatlichen Freischiessen führen die Burschen immer montags das rituelle Verhaften durch. Dabei marschieren Abteilungen, begleitet von Trommlern, durch die Innenstadt und verhaften Korbacher Geschäftsleute, die den Frevel begehen, am heiligen Schützenfest-Montag zu arbeiten. Sie werden in Ketten abgeführt und auf den Hof der Musikschule in der Lengefelder Straße verschleppt. Dort haben die Burschen ihr Quartier aufgeschlagen. Die Gefangenen werden zunächst in einen Pferch gesperrt und einzeln dem Schnellgericht vorgeführt. Die Freilassung erfolgt erst, wenn die Verurteilten Besserung geloben und einen Obolus entrichten. Es kam bei vergangenen Festen vor, dass der gesamte Magistrat aus dem Rathaus abgeführt wurde.

Die Burschenkompanie verfügt derzeit 56 aktive Mitglieder.

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